Use Case KI App-Entwicklung Kooperation

Babbelnet: Wie wir einen KI-Assistenten für deutsche Dialekte gebaut haben

Ein echter Use Case: Wie aus einer einfachen Idee gemeinsam mit nullacht15 eine App entstanden ist, die Dialekte versteht – und warum KI hier mehr kann als erwartet.

Benjamin Buchta

Manche Projekte entstehen aus einer Frage, die eigentlich zu simpel klingt, um sie ernst zu nehmen.

In diesem Fall war es: Kann eine KI eigentlich Dialekt?

Die Idee

Gemeinsam mit dem Team von nullacht15 haben wir uns genau das gefragt. Nicht theoretisch, sondern ganz praktisch: Was passiert, wenn jemand auf Bayrisch, Sächsisch oder Kölsch mit einer KI spricht – oder schreibt? Versteht sie das? Antwortet sie sinnvoll? Und noch interessanter: Kann sie selbst im passenden Dialekt antworten?

Der Grundgedanke war klar. Die Umsetzung weniger.

Was Babbelnet ist

Babbelnet ist eine App, die genau das macht. Sie versteht deutsche Dialekte, ordnet sie ein und kann – je nach Einstellung auch Inhalte in Dialekten generieren. Ob jemand aus dem Allgäu, dem Ruhrpott oder dem Erzgebirge kommt: Babbelnet holt die Menschen dort ab, wo sie sprachlich zuhause sind.

Das klingt vielleicht wie ein nettes Gimmick. Ist es aber nicht.

Sprache ist Identität. Wer auf Hochdeutsch angesprochen wird, obwohl er Dialekt denkt und fühlt, merkt das. Babbelnet schließt genau diese Lücke – und zeigt nebenbei, dass KI nicht immer steril und distanziert sein muss.

Meine Rolle im Projekt

Mein Part war die technische Seite der KI-Integration. Wie werden Eingaben verarbeitet? Wie erkennt das System zuverlässig, welcher Dialekt gemeinsam ist? Wie lassen sich Antworten so steuern, dass sie nicht wie schlechte Theaterübersetzungen klingen?

Das waren keine trivialen Fragen. Dialekte sind inkonsistent, regional sehr unterschiedlich und für viele KI-Modelle eine echte Herausforderung – weil Trainingsdaten in Standardsprache dominieren.

Die Lösung lag in einer Kombination aus Prompt-Engineering, gezieltem Fine-Tuning und einer durchdachten Preprocessing-Pipeline. Kein Zaubertrick, sondern sorgfältige Handarbeit.

Was ich daraus mitgenommen habe

Erstens: KI kann mehr als man denkt – wenn man ihr die richtigen Rahmenbedingungen gibt. Die Modelle sind erstaunlich flexibel, sobald man versteht, wie man sie führt.

Zweitens: Gute Zusammenarbeit macht den Unterschied. nullacht15 brachte die Produktvision und das Design-Thinking mit, ich die technische Umsetzung. Weder alleine hätte Babbelnet so funktioniert.

Drittens – und das ist vielleicht das Wichtigste: Die interessantesten Projekte entstehen an Grenzen. Dort, wo man sich fragt, ob etwas überhaupt möglich ist.

Babbelnet war genau so ein Projekt. Und die Antwort war: ja, es geht.


Mehr zu Babbelnet gibt es unter app.babbelnet. Und wenn du eine ähnliche Idee hast – melde dich. Solche Gespräche führe ich gerne.